Den Sylter Sagen auf der Spur

Den Sylter Sagen auf der Spur

Die Nordsee ist eine Welt voller Sagen und Mythen, das gilt natürlich auch für die Insel Sylt. Ganz aktuell kann man die Sylter Sagenwelt aktiv miterleben, denn im „Sylter Sagenwald“ werden die alten Geschichten auf einmal ganz lebendig.

Geheimnisvolle Welt im Wald

Direkt in dem kleinen Wäldchen am Wennigstedter Campingplatz entstand ein einzigartiger Erlebnispfad, der in enger Zusammenarbeit mit der Söl´ring Foriining realisiert wurde. Hier sollen nun die alten Sagen zu neuem Leben erwachen und nicht nur Traditionen, sondern auch etwas über die einstigen Lebensumstände der Sylter vermitteln. Mit seinem Angebot richtet sich der Sagenwald nicht nur an Kinder und Familien – auch Erwachsene, die etwas über die Sylter Sagenwelt erfahren möchten, sind herzlich eingeladen, einen lehrreichen Spaziergang durch den Wald zu unternehmen. Dabei geht es hier vor allem um das spielerische Vermitteln von Wissen, welches ganz aktiv erfahren werden soll. So locken nicht einfach nur schnöde Infotafeln. Die einzelnen Stationen sind liebevoll und kindgerecht gestaltet, zudem gibt es einen tollen Spielplatz. An den meisten Stationen ist das Mitmachen nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht.

Eierdiebe und Meermänner

Groß und Klein erfahren etwas über Zwergenkönige, den Eierdieb Finn, den Meermann Ekke Nekkepen und viele andere Sylter Sagengestalten. Wer mag, der kann den Pfad sogar als Ralley ablaufen und Fragen zu den einzelnen Stationen beantworten. Vor allem für größere Kinder ist das ein ganz besonderer Spaß.

Gemeinsam Schönes erleben

Schöne breite Waldwege ermöglichen es problemlos, den Kinderwagen, Laufräder und Ähnliches einfach auf die Sagen-Tour mitzunehmen. Zudem kann ein Besuch des Sagenwaldes auch den familiären Zusammenhalt fördern: Während die Kleinsten spielerisch erste Erfahrungen sammeln, können die Größeren ihnen die spannenden Geschichten vorlesen. Auch bekommen die Kinder hier ein Bezug nur Natur: Alle Spielgeräte sind aus natürlichen Materialien wie etwa Holz hergestellt und passen so prima ins Konzept. Und wer Pause machen möchte, der kann das an einem der vielen Rastplätze mit Bänken und Tischen tun. An die Erreichbarkeit wurde ebenfalls gedacht: Fahrradständer befinden sich direkt am Wäldchen, Parkplätze findet man am Osetal und am Dorfteich. Der für Familien wichtigste Punkt sei noch erwähnt – der Sylter Sagenwald ist ein kostenfreies Angebot! Den Flyer zum Sagenwald in Wenningstedt und die Unterlagen für die Sagen-Ralley gibt es übrigens auch im Internet unter www.wenningstedt.de, wo man alles bequem downloaden und dann ausdrucken kann.

Fleißige Schwerarbeiter

Fleißige Schwerarbeiter

Beim Spaziergang am Strand erleiden viele Menschen nach nur wenigen Schritten einen „Haltungsschaden“. Kaum einen Fuß in den Sand gesetzt, knickt der Oberkörper ab und das Gesicht wendet sich zum Boden – denn nur dort findet man die schönsten Souvenirs, die die Nordsee zu bieten hat: wunderschöne Muscheln und Schneckenhäuser.

Bisweilen ist man sich bei seinem Fund aber gar nicht so sicher, was denn nun was ist. Die Grundregel hier: Hat es zwei Hälften, ist es eine Muschel. Sind diese noch geschlossen, lebt die Muschel noch. Ist es spiralförmig gewunden, ist es ein Schneckenhaus – hier sollte man allerdings kontrollieren, ob nicht doch noch jemand in dem Häuschen „wohnt“, bevor man seinen Fund final einsackt.

Ein ewiger Kampf

Muscheln und Schnecken haben es an der Nordseeküste zu Lebzeiten wirklich nicht immer leicht. Unter anderem haben es hungrige Seesterne, Fische, Krebse und Vögel auf die Weichtiere abgesehen und jagen sie mit entschlossener Vehemenz. Manchmal haben sogar Schnecken einige Muschelarten zum Fressen gern. So bohren zum Beispiel Nabelschnecken Löcher in die Muschelschale, um an das Muschelfleisch zu gelangen.

Muscheln und Schnecken haben wie viele andere Kleintieren auch eine große Bedeutung für die Auftrechterhaltung des Ökosystems Wattenmeer. Dazu gehört zum Einen die bereits erwähnte Aufgabe als Nahrung für andere Meeres- und Küstenbewohner tierischer Art. Zudem sind die kleinen Schönheiten echte Schwerstarbeiter, denn sie filtern und säubern unser Meerwasser ihr ganzes Leben lang. Miesmuscheln etwa können dem Meerwasser sowohl Sauerstoff zum Atmen als auch Nahrung entnehmen. Es gibt auch Muschelarten, die mit Siphonen ausgestattet sind durch welche sie Wasser in den Mantelraum einsaugen und wieder ausstoßen können.

So schafft es eine einzelne Miesmuschel abhängig von ihrer Größe ca. ein bis drei Liter Wasser pro Stunde zu filtern. Insgesamt kommen dadurch während der überfluteten Zeit 10 bis 20 Liter Wasser pro Tag und Muschel zusammen. Noch deutlicher wird die Bedeutung der Muscheln, wenn man sich vor Augen hält, dass diese im Sommer gemeinsam mit anderen für die Filtration zuständigen Meeresbewohnern das gesamte Wasser des Wattenmeeres innerhalb einer Woche einmal komplett durch filtern.

Köstlicher Metusalem

Speziell auf Sylt findet man am Strand zudem immer wieder die Pazifische Auster, die hier eigentlich so gar nicht hin gehört. Sie wurde in den 1980er Jahren eingebracht und es geschafft, sich im gesamten Wattenmeer auszubreiten – die Bedingungen dazu waren nahezu optimal. Die Auster ist nicht nur lecker, sie hat auch eine schimmernde perlmuttartige Schale und ist zudem ein echter Metusalem, denn eine Auster kann zwischen 20 und 30 Jahren alt werden.

Wenn Valentin nach Sylt kommt …

Wenn Valentin nach Sylt kommt …

Am 14. Februar schlagen wieder alle verliebten Herzen noch ein wenig schneller, denn dann ist endlich wieder Tag der Liebe. Der Valentinstag steht vor der Tür, und wo könnte man den romantischer feiern als auf der schönsten Insel der Welt?

Gerade im Winter, wenn man die Insel quasi für sich alleine hat, ist es besonders romantisch in den Sylter Dünen. Kaum ein Mensch ist unterwegs, und man kann dick eingekuschelt die wunderschöne Natur und Ruhe genießen. Nach einem kuscheligen Winterspaziergang kehrt man schließlich in eines der vielen Cafés ein, genießt Kaffee, Kakao und Kuchen und schaut sich tief in die Augen.

Bevor wir aber in den Tiefen der Liebe versinken und rosarote Herzchen auf den Augen haben, schnell noch ein wenig geschichtlicher Input:

Die Ursprünge des Valentinstags

Angeblich geht der Festtag auf Bischof Valentin von Terni als Namensgeber zurück. Trotz kaiserlichen Verbots hat dieser Paare getraut und ihnen Blumen aus seinem Garten geschenkt. Ehen, die Bischof Valentin geschlossen wurden, sollen laut Überlieferung glücklicher gewesen sein als so manch andere. Hingerichtet wurde der gutherzige Bischof angeblich am 14. Februar, was erklären würde, warum der Valentinstag ausgerechnet auf dieses Datum gefallen ist.

Römischer Ursprung. So mancher führt den Valentinstag auch auf einen Gedenktag für die römische Schutzgöttin der Ehe und der Familie, Juno (griechisch Hera), zurück. Als Ratgeberin der Frauen half sie durch ein Liebesorakel bei der richtigen Partnerwahl. Um sie zu ehren, brachten die Menschen ihr am 14. Februar Blumenopfer dar. Dass man sich am 14. Februar gegenseitig Karten schenkt, geht wohl auf den Schriftsteller Samuel Pepys und seine Frau zurück. So soll Samuel Pepys seiner Frau am 14. Februar 1667 einen Liebesbrief auf hellblauen Papier mit goldenen Initialien geschickt haben, den diese mit einem großen Blumenstrauß beantwortete.

Die Deutschen und der Valentinstag

Wie so vieles anderes schwappte der Valentinstag aus Amerika nach Deutschland herüber, wahrscheinlich mit den US-Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg. Der erste „Valentinsball“ fand dann 1950 in Nürnberg statt, danach gab es den Feiertag jedes Jahr. Und jedes Jahr gehen seitdem unzählige Blumensträuße über die Ladentheken, die ein Lächeln auf die Lippen der – zumeist – beschenkten Frauen zaubern sollen. Übrigens: Im Mittelalter glaubte man, dass ein Mädchen einmal den Mann heiraten würde, den sie am Valentinstag als erstes sah. So krochen junge Männer an diesem Tag besonders früh aus dem Bett, um ihrer Angebeteten einen Strauß Blumen zu überreichen – und das möglichst als Erster.

Auf Sylt Romantik genießen

Heute bedeutet der Valentinstag für die meisten Verliebten vor allem eines: gemeinsame Zeit und eine extra große Portion Romantik. Auf Sylt gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Tag der Liebe besonders schön zu verbringen und auch der gemeinsamen Zuneigung ein ewiges Zeichen zu setzen. Zum Beispiel mit einem Schloss.

Immer mehr Paare möchten ihre Liebe mit einem gravierten Schloss für alle Ewigkeit einschließen. Und das nicht nur metaphorisch, sondern ganz real. Auch auf Sylt gibt es verschiedene Plätze, an denen man ein solches Schloss gemeinsam anbringen kann:

a) der Dorfteich in Wenningstedt: Auf dem kleinen Steg, der in den See hineinführt, haben bereits viele Verliebte ein Schloss angebracht. Wer mag, der kann sich dort einreihen.

b) die Liebeswand in List: Am Lister Hafen gibt es seit Kurzem eine große Wand mit eingelassenem Herz, die genau zu diesem Zweck aufgestellt wurde. Hier kann man sein Schloss anbringen und sich danach auf der Bank aneinander kuscheln, um gemeinsam aufs Meer hinaus zu schauen.

Am Abend locken schließlich zahlreiche Restaurants mit speziellen Dinnerangeboten oder Valentinsgerichten. Bei Kerzenschein darf man den Abend in aller Ruhe genießen und sich dabei kulinarisch verwöhnen lassen.

Wer mag, der kann natürlich auch eines der vielen Wellness-Angebote buchen, denn auch in diesem Bereich ist man bestens auf den Valentinstag eingestellt, z.B. mit Partnermassagen oder romantischen Bädern.

Egal, wofür Sie sich am Ende entscheiden, wir wünschen einen wunderschönen und liebevollen Valentinstag!

Warum eigentlich Sandvorspülungen?

Warum eigentlich Sandvorspülungen?

Vor wenigen Jahren noch dauerte ein Spaziergang um die Hörnumer Odde mehrere Stunden. Heute hat man die Südspitze nicht nur binnen weniger Minuten erreicht, man ist auch recht schnell um sie herum gewandert. Grund für diese Entwicklung sind die Küstenabbrüche, mit denen die Insel Sylt seit vielen Jahrzehnten zu kämpfen hat.

Sylt ist eine der wenigen Stellen an der deutschen Nordseeküste, an denen das Meer mit unglaublicher Gewalt auf die Küste trifft. Wie groß diese Kraft ist, macht ein praktisches Beispiel gut deutlich: Könnte man die so entstehende Energie nutzen, so würde ein Strandabschnitt von einem Meter rein rechnerisch ausreichen, um den Energiebedarf von mehreren Haushalten abzudecken. Jedes Jahr tragen die vorherrschenden Westwinde und die durch diese hervorgerufene Brandung des Meeres 1 bis 4 Meter von der Westseite der Insel ab und verlagern den so abgetragenen Sand parallel zur Küste nach Norden oder Süden. So verliert Sylt alljährlich rund eine Million Kubikmeter Sand.

Ausgeglichen werden sollen diese Verluste durch Sandaufspülungen, die jedes Frühjahr angesetzt sind. Neben aller Liebe zur Insel Sylt rechnet sich das auch, denn allein die auf Sylt erzielten Steuereinnahmen sind um ein Vielfaches höher als die Kosten der Sandaufspülungen.

Viele Versuche, die Insel zu sichern

Bereits vor ca. 6.000 Jahren ließen sich die ersten Siedler auf der Nordseeinsel nieder. Seitdem ist der Meeresspiegel um fünf Meter angestiegen, sodass immer mehr Teile der Insel durch die Meeresbrandung beeinflusst wurden, wobei der Wind den fliegenden Sand zu großen Dünen auftürmte. Dünengräser sollen seit Jahrhunderten die Strand- und Dünenerosion verhindern. Später versuchte man der Gewalt des Meeres mit Buhnen, Ufermauern, Deckwerken und den gigantischen Tetrapoden Herr zu werden. Die fortschreitende Erosion verhinderten die Menschen durch diese festen Bauwerke jedoch kaum, im Gegenteil: Manche Experten glauben, dass vor allem die Tetrapoden für noch größere Probleme im Bereich des Küstenabbruchs geführt haben.

Eine Sandvorspülung kann entweder als Strandaufspülung oder als Vorlandaufspülung erfolgen, auch eine Kombination aus beiden Verfahren ist möglich. Gemein haben beide Möglichkeiten, dass zunächst Sand durch ein Saugbaggerschiff vom Meeresboden gewonnen wird. Diesen großen Saugbaggerschiffe, auch Hopperbagger genannt, entnehmen den Sand in einer Entfernung von ca. 12 km vor der Küste dem Meeresboden. Dabei gelangt ein Gemisch von 30 % Sand und 70 % Wasser in den großen Schiffstank, wobei das Wasser später wieder abläuft. Um die eigentliche Aufspülung durchzuführen, nähert sich das Schiff bis auf ca. 2 km der Küste. Hier wird es an eine Rohrleitung (Düker) angebunden, die als Verbindung zwischen Schiff und Strand dient. Gerade dieser Schritt ist äußerst kompliziert und kann daher nur bei einem sehr geringen Seegang von weniger als 5 Windstärken durchgeführt werden. Anschließend presst die Maschine das Wasser-Sand-Gemisch wird mit einem Druck von 7 bar an den Strand, wo es Bulldozer verteilen. Direkt im Anschluss ist der Sand wieder betretbar. Pro Tag können auf diese Weise etwa 300 Meter Strandlänge aufgefüllt werden, sofern das Wetter mitspielt.

Das Meer „austricksen“

Erstmals fanden die Strandvorspülungen auf Sylt 1972 statt, wobei der Strand vor Westerland wiederhergestellt wurde. Seit 1984 wird regelmäßig entlang der Westküste der Insel Sand aufgespült. So schuf man ausgedehnte Vordünen, und der weitere Rückgang von Dünen, der Abbruch von Kliffs sowie die Zerstörung von Küstenschutzanlagen konnte weitestgehend verhindert werden. Zusätzlich werden auch einige Hundert Meter vor dem Ufer, im so genannten Vorstrandbereich, seeseitig des dortigen Sandriffs Sand eingebracht. Die sogenannen Vorstrandaufspülungen gleichen dort auftretende Erosionen aus, und die auflaufenden Wellen verlieren bereits in einer vorgelagerten Brandungszone einen Teil ihrer immensen Energie. Von 1972 bis 2016 wurden rund 48,0 Mio. Kubikmeter Sand aufgespült, 2,9 Mio. Kubikmeter davon im Vorstrandbereich. Optimiert werden die Aufspülungen durch eine Variation von Strand- und Vorstrandaufspülungen.

Insgesamt kommen jedes Jahr etwa 820.000 Kubikmeter Sand auf die Sylter Stände. Die Kosten dafür betragen mehrere Millionen Euro und werden in großen Teilen von Bund und Land aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes getragen. Außerdem fließen Gelder aus Mitteln der Europäischen Union, genauer gesagt aus dem Europäischen Fonds für die Entwicklung ländlicher Räume (ELER).

Für viele Urlauber sind die Sandvorspülungen ein echtes Schauspiel. Es ist schon beeindruckend, wenn der Sand mit großer Geschwindigkeit aus den riesigen Rohrleitungen auf den Strand schießt. Fotos und Gucken sind selbstverständlich erlaubt, aber an die Absperrungen der Profis sollte man sich durchaus halten. Wer zu nah ans Geschehen heran möchte, der begibt sich in Gefahr. Doch auch aus sicherer Entfernung kann man die Vorspülungen gut beobachten.

Wo einst nur ein Kiosk stand

Wo einst nur ein Kiosk stand

Jeder, der nach Sylt kommt, will sie einmal gesehen haben. Einmal da gesessen haben, wo schon der eine oder andere Promi in die Dünen schaute und sich den Westwind um die Nase wehen ließ. Die meisten, die kommen, nehmen auch noch etwas mit nach Hause. Am besten etwas mit zwei kleinen gekreuzten Säbeln darauf, damit man ihnen auch glaubt, dass sie wirklich da waren und sie gesehen haben.

Die Rede ist von der wohl berühmtesten Holzbude der Welt, der legendären „Sansibar“ in Rantum. Als Herbert Seckler seine Gaststätte vor drei Jahrzehnten eröffnete, hat er wohl kaum mit dem Erfolg gerechnet, der sich schließlich einstellte. Im Gegenteil, immer wieder beteuert der Wirt aus dem Schwabenland gern, er habe viele Winter lang „kaum etwas gegessen“, nur um die Sansibar am Leben halten zu können. Denn am Ende ist auch die bekannte in den Rantumer Dünen gelegene Gastronomie ein Saisongeschäft.

Beliebte Bretterbude

Das merkt man vor allem im Sommer. In der Hochsaison ist es fast unmöglich einen Parkplatz direkt am Lokal zu bekommen, die meisten müssen auf die Ausweichparkplätze ausweichen. Der Hauptparkplatz gehört denen, die früh kommen – und viele davon kommen auch, um zu zeigen, was sie haben. BMW, Mercedes, Audis – selbstredend die großen SUV’s oder Sportwagen-Varianten – tummeln sich ebenso auf dem Parkplatz wie Bentleys und der eine oder andere Jaguar. Wer hier einkehrt, der ist eben auch ein wenig mondän und möchte schon gern dazu gehören. Dazu kommen die VIP-Mobile der Sansibar selbst, die erlesenes Publikum vom Parkplatz zum Lokal fährt. Alle anderen „müssen“ ein paar Minuten durch die Dünen gehen.

Einmal angekommen, bietet sich einem ein recht gemütliches Bild. Die einladende und komplett aus Holz bestehende Sansibar lädt ebenso zum Verweilen ein wie die Bänke und Strandkörbe davor oder der große Kinderspielplatz, auf dem sich die jüngsten Gäste vergnügen. Die Erwachsenen genießen Wein oder Kaffee und tun sich gütlich an dem, was aus der zugegeben guten Küche der Sansibar kommt. Eine kleine Berühmtheit ist sicherlich die Currywurst, die als eine der besten auf der Insel gilt.

Ganz klein angefangen

1978 hat Herbert Seckler an der Stelle, wo heute die Sansibar steht, einen Kiosk eröffnet. Gastronomie hat er eigentlich nach dem Prinzip „learning by doing“ gelernt. 22 Jahre jung kam er aus Wasseralfingen nach Sylt und betrieb in Westerland die Kneipe „Pesel“, außerdem nahm er den einen oder anderen Job auf Butterschiffen an. Auch einen Campingplatz hatte er einmal gepachtet – kurzum, Seckler war umtriebig, und so verwunderte es kaum, dass er schließlich einen Kiosk mitten in den Dünen aufmachte. Nach und nach mauserte sich der Kiosk zu dem, was Seckler heute sein Eigen nennt. Doch musste er 1982 einen schweren Rückschlag einstecken, als die erste Sansibar abbrannte und Herbert Seckler an derselben Stelle einfach eine neue baute.

Sansibar-Anhänger und Fans erkennen sich gegenseitig an den kleinen gekreuzten Säbeln, die man sich gern aufs Auto klebt oder als Label auf Taschen, Pullovern, Tüchern, Shirts und vielem mehr durch die Gegend trägt. Auch in die heimischen Küchen hat die Sansibar Einzug gehalten. Es gibt unzählige Würzmischungen und dazu die passenden Kochbücher – ein echtes Imperium. Das all diese Dinge am Ende „Sansibar“ heißen, ist nicht etwa einer fixen Idee des Herstellers geschuldet, sondern der schlichten Tatsache, dass der Strandabschnitt zwischen Rantum und Hörnum, an dem die Bar liegt, diesen Namen trägt.

Seckler ist es wichtig, dass sich jeder bei ihm wohlfühlt. So freut er sich nicht nur über bekannte Gesichter, sondern über jeden Gast, der zu ihm kommt. Platz finden Besucher im Innenraum auf rund 300 Plätzen, außen gibt es nochmal rund 360. Wer unbedingt drinnen sitzen möchte, der sollte auf jeden Fall reservieren, sonst muss er eben nehmen, was frei ist. Auf der Karte der Sansibar steht viel Hausmannskost wie Linsensuppe und Rouladen und natürlich auch frischer Fisch und köstliches Fleisch. „Offen“ ist hier immer, nur Heiligabend schließt Herbert Seckler die Türen – der Abend gehört ganz der Familie.

Ein Besuch in der Sansibar hat immer etwas mondänes, ist aber auch wunderschön. Zum Strand sind es nur ein paar Schritte, dann kann man seinen Kaffee auch mit Meerblick genießen. Den einen oder anderen Gast, der einfach nur mal protzen möchte, kann man schlicht belächeln und mit einem Blick auf das wogende Dünengras ausblenden. Aber so sind die wenigsten. Die meisten wollen eben einfach nur einmal da gewesen sein und das sehen, was ein einfacher Schwabe hier über Jahrzehnte geschaffen hat …